FIRMENGESCHICHTE DER FIRMENGRUPPE HOFFMANN

Wenn ich aus dem Fenster meines Bürocontainers in Ladeburg bei Bernau sehe und mein Blick auf das Betriebsgelände mit seinen Lastwagen, Baggern und Betonbrechern fällt, gebe ich gerne zu: Nach langen Tagen der Arbeit an Computern und Akten gehe ich hinaus, setze mich in ein Führerhaus und starte einfach durch. Dabei ist es mir einmal gelungen, innerhalb von nur sieben Stunden mit einem einzigen Bagger ein mehrstöckiges Heizhaus abzureißen. Ich liebe meinen Betrieb und meine Arbeit - und ganz besonders liebe ich den Umgang mit großen Baumaschinen.

Aus der Arbeitslosigkeit in die Verantwortung für 20 Mitarbeiter:
Vor sieben Jahren hat zunächst alles ganz klein begonnen. Damals wurde mir, einem gelernten Straßen- und Tiefbauer, aufgrund der auftragsarmen Winterzeit von meinem ehemaligen Chef gekündigt. Ich war allerdings entschlossen, nicht lange arbeitslos zu bleiben. Durch Eigenengagement und aktive Unterstützung der Arbeitsagentur qualifizierte ich mich dann auch bald zum Baugeräteführer und erwarb meinen Lkw-Führerschein. Beinahe zeitgleich mit meinem Bruder Matthias gründete ich schließlich eine ICH-AG.

Ein Lastwagen als Entlohnung:
Erste Aufträge erhielt meine ICH-AG ausgerechnet durch meinen ehemaligen Chef, auf dessen Baustellen ich über drei Monate hinweg unentgeltlich gearbeitet hatte. Weil dieser Auftraggeber aber immer noch nicht liquide war, wurde mir anstelle einer Bezahlung ein Lastwagen überschrieben. Heute bin ich nicht mehr für meinen damaligen Chef tätig und beziehe meine Baumaschinen von Händlern.
Einige Zeit nach Gründung meiner ICH-AG schlossen sich mein Bruder Matthias und ich zu einer GbR zusammen, woraus sich schließlich innerhalb von 7 Jahren mehrere Gesellschaften entwickelt haben. Im Rahmen des Firmenaufbaus lagen unsere Aufgaben auch darin, einen Maschinen- und Fuhrpark zusammenzustellen und das Firmengelände in einer bei Lobetal gelegenen alten Kiesgrube zu erstehen. Zu den vielfältigen Dienstleistungen unserer Firmengruppe mit mehr als 20 Mitarbeitern und 3 Auszubildenden zählen nun unter anderem das Abreißen von Häusern sowie das Sortieren und Recyceln von Bauabfällen. Darüber hinaus bieten wir einen Containerdienst an und betätigen uns im Garten- und Landschaftsbau.

Regionale Verwurzelung und leichte Wehmut:
Unsere Firmengruppe übernimmt sowohl in Berlin als auch in Bernau und angrenzenden Orten Aufträge. Abriss- und Bauaufträge erhalten wir von Privat- und Firmenkunden sowie aus öffentlicher Hand. Gelegentlich ärgere ich mich über die Vergabepraxis der Kommunen - wenn beispielsweise eine in Görlitz ansässige Firma den Zuschlag für Abrissarbeiten in Bernau erhält und wir als lokale Anbieter und Steuerzahler das Nachsehen haben. Unkomplizierter gestalten sich meinen Erfahrungen nach oft die Verfahren umliegender Kommunen - hier werden kleine Aufträge rasch über verkürzte Ausschreibungsverfahren vergeben.
Den Sprung aus Angestelltenverhältnis und folgender Arbeitslosigkeit auf den Chefsessel habe ich niemals bereut. Auch wenn ich es manchmal bedauere, dass ich 12 Stunden am Tag mit der Arbeit an Computern beschäftigt bin, telefoniere oder mit Banken und Kunden spreche. So komme ich nur noch sehr selten dazu, auf der Baustelle zu arbeiten. Allerdings wäre es mein Wunsch, dass Firmengründern der Start als Unternehmer erleichtert wird. So könnten vor allem Steuersätze und Abschreibungsverfahren vereinfacht werden. Ich selbst muss beispielsweise eine Baumaschine mit einem Neuwert von 100.000 Euro über 9 Jahre abschreiben. Einen solch langen Finanzierungszeitraum bietet kaum eine Bank an und alleine für die Kaufanzahlung benötige ich bereits im ersten Jahr mehrere zehntausend Euro.

Der Traum vom Komplettangebot:
Mit Unterstützung meines Vaters und Bruders, die beide im Betrieb tätig sind, ist es mir erfolgreich gelungen, unsere kleine Firmengruppe aus Gründungszeiten in die Stabilität zu führen. Mein Traum für die Zukunft ist es nun, dass wir als komplette Bauherren agieren - das heißt, dass wir beispielsweise ein Abrissgrundstück erwerben und die dortigen Bauten entsorgen, um das Grundstück dann neu zu erschließen, zu bebauen und es schließlich auch eigenverantwortlich zu verkaufen.

Stand 07-2010